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Das Wohnzimmer sauber halten und entrümpeln

Da wären wir, der erste Raum. Nun, das Haus ist groß – wo sollte man überhaupt anfangen? Das liegt ganz bei Ihnen aber ich würde Ihnen empfehlen, sich den Raum zuerst vorzuknöpfen, in dem Sie am meisten Zeit verbringen.

Sie können natürlich auch mit einem Raum anfangen, der eine dringende Garnitur nötig hätte, wie der Speicher oder Abstellraum, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass es wirklich am Besten ist, den Raum zu nehmen, in dem man gerne seine Zeit verbringt. Daher würde ich Ihnen raten, mit dem Wohnzimmer anzufangen.

Außerdem regeln wir die Entrümplungsaktionen strukturiert. Wir gehen von Raum nach Raum vor, jeder Raum ist ein eigenes kleines Projekt, das Teil eines Ganzen wird. Wenn wir einen Raum entrümpelt haben, ist das schon mal ein Achtungserfolg und motiviert ungemein, direkt mit dem nächsten Raum fortzufahren.

Hier zwei Fehler, die Sie vermeiden müssen:

1. Mehrere Räume gleichzeitig entrümpeln

Kümmern Sie sich nicht um mehrere Räume gleichzeitig, versuchen Sie nicht auf zwei Hochzeiten zu tanzen. Wenn Sie direkt überstürzt an die Sache herangehen, führt das dazu, dass es Ihnen zu viel wird, und Sie beides liegen lassen.

Konzentrieren Sie sich immer nur auf EINEN Raum, schließen Sie die Entrümpelung ab und fahren dann mit dem nächsten Raum fort.

2. Raum für Raum, nicht Kategorie für Kategorie

Sie sollten nicht erst alle Bücher im Haus entrümpeln, dann alle CD’s im Haus entrümpeln, etc.

Dann verliert man sehr schnell den Überblick und es fallen einem immer mehr Kategorien ein. Die Entrümpelung wirkt schier endlos und Sie werden nie gewünschte Erfolge verzeichnen können.

Wenn Sie Raum für Raum vorgehen, haben Sie immer einen Erfolg nach der Raumentrümpelung und können sich systematisch durch das ganze Haus „arbeiten“.

Nutzen Sie dieses System und sparen Sie so viel von Ihrer kostbaren Zeit und Energie.

Wir knöpfen uns also zuerst das Wohnzimmer vor. Gehen Sie am Anfang erstmal in den Raum hinein und betrachten Sie ihn ganz neutral. Wie soll ihr Wohnzimmer aussehen, geordnet sein und was soll es ausstrahlen? Sie werden zu dem Ergebnis kommen, dass es ein Ort der Ruhe, der Entspannung und der Familie ist – eben ein Ort an dem man gerne seine Zeit verbringt.

Schauen Sie sich wirklich unvoreingenommen den Raum an. Denken Sie nicht an Gedanken was Sie mit dem Raum anstellen wollen, sondern sehen Sie ihn sich an und beurteilen Sie, was Sie verändern wollen.

Vielleicht gibt es ja Gegenstände oder Möbelstücke, die Sie nie richtig hinterfragt haben? Eventuell kommen Sie sogar zu dem Schluss, dass Sie dieses oder jenes doch eigentlich überhaupt nicht gebraucht haben und es einfach nur im Wohnzimmer steht, weil es eben schon immer da stand.

Diese alten Muster müssen sich bei der Betrachtung jedes Raumes lösen, damit wir einen ganz frischen Blick auf das Zimmer bekommen. Jetzt geht es an die Entrümpelung. Hierbei lautet meine Leitfrage immer: „Was gefällt mir und was gefällt mir nicht?“

Schauen Sie sich um, hier einige Anregungen, nach denen Sie suchen könnten:

  • alte DVDs oder Videokassetten, die Sie oder eines Ihrer Familienmitglieder sich nicht mehr anschauen werden/noch nie angesehen haben
  • die Pflanzen und die Fensterbank-Dekoration, die einfach nicht stimmig sind, oder (die Pflanzen) verwelkt, trocken, hässlich
  • alte Zeitschriften, Fernsehzeitungen
  • Kabel von Elektrogeräten, die womöglich gar nicht mehr gebraucht werden
  • Bücher, seien es Telefonbücher, Broschüren oder längst gelesene Romane
  • Bilder, Fotos etc.

Widme Sie sich dabei erst dem Tisch, danach den Schränken, Regalen und Schubladen. Außerdem können Sie Ihre Couch und die Kissen/Decken betrachten – gefallen Sie Ihnen? Wenn ja, wunderbar, wenn Nein, Zeit sich endlich frische und schöne Kissen anzuschaffen!

Die Dekorationsgegenstände machen oft auch viel aus: Wir kennen alle, wenn man sich plötzlich fragt „Was macht dieser Gegenstand eigentlich in meinem Regal?“ –  wenn Sie nicht vollkommen dahinterstehen und der Platz für Besseres geeignet ist, dann weg damit.

Durchforsten Sie den Raum und stellen Sie sich bei jedem Gegenstand und allen Dingen die Frage, ob Sie es aus dem Raum oder an einen anderen Ort schaffen sollen. Seien Sie außerdem sehr streng zu sich selbst und finden Sie keine Ausreden – behalten Sie einen Gegenstand z.B. nicht nur weil er teuer war – das Geld ist sowieso schon ausgegeben. Machen Sie keine unnötigen Kompromisse sondern seien Sie auch mal hart zu sich selbst.

Wenn Sie mit Ihrer Rund-Um-Tour abgeschlossen sind, dürften sich einige Dinge angehäuft haben, mit denen Sie noch etwas anstellen wollen – ganz egal was, sei es, Sie zu entrümpeln, neu zu sortieren, an einen anderen Platz zu stellen und und und… Haben Sie außerdem vor nichts eine Scheu – auch wenn Ihnen der alte Sessel nicht gefällt, sollten Sie vor diesem nicht halt machen.

Bei der Aktion kann das Zwischenlager durchaus hilfreich sein. Lagern Sie erstmal alles in Ihrem Zwischenlager in verschiedenen Boxen um den Überblick zu behalten und einen Blick auf das entrümpelte Wohnzimmer zu werfen.

Das Kinderzimmer: Ordnung ist kein Selbstzweck

Dem Reich unserer Kinder widmen wir uns ganz zuletzt in unserer Aufzählung,

denn hier stehen wir von vornherein auf verlorenem Posten, wenn wir nicht als Vorbilder tauglich sind. Das wäre schlichtweg pädagogisch wertlos. Daher heißt die Devise: Vormachen, die neue Struktur einhalten, dann erst Forderungen vermitteln.

Sie können von Ihrem Junior keine Ordnungsliebe erwarten, wenn er regelmäßig morgens nach einem frischen Handtuch recherchieren und die Müslipackung aus einem Sammelsurium antiquierter Cerealien-.Packungen heraussuchen muss, weil er es nicht anders kennt. Und dass Barbie-Kleider in den Barbie-Kleiderschrank gehören und nicht in die Wohnung verstreut, müsste das Töchterchen eigentlich wissen, weil es die Eltern mit ihrer Kleidung ebenso halten.

Ideal ist es, beim Finden einer neuen Struktur Kinder und Jugendliche mit einzubeziehen. Das Gefühl, beteiligt zu werden, zieht auch ein Gefühl der Mitverantwortung nach sich. Wo und auf welcher Höhe sollen die Haken für jedes Kind im Flur befestigt werden? Sollen sie mit dem Namen oder mit der Lieblingsfarbe markiert werden? Wo gehört der Haustürschlüssel hin? Wo hinterlässt man Nachrichten für die Anderen? Stellen Sie – wieder einmal – gemeinsam einen Wochenplan auf: Wer erledigt was? Diplomatischer als eine Anweisung ist dabei der Ansatz: „Du kannst so gut organisieren.

Hast Du eine Idee, wie wir den wöchentlichen Hausputz hin bekommen?“

Sein Sie offen für Vorschläge!

Vielleicht hat Ihr Junior ja Recht, wenn er moniert, dass die Frühstücksflocken in der Nähe des Herdes ungünstig stehen und der Weg zum Schrank mit den frischen Handtüchern zu weit vom Bad entfernt ist. Kurze Wege sind nie verkehrt, auch wenn sie aus Gründen der Bequemlichkeit gefordert werden. Wir sind in unserem Haushalt oft betriebsblind.

Eigentlich gilt es nur, Kinder von Beginn an mitmachen zu lassen. Bereits im Kleinkindalter möchten sie mithelfen, mitmachen und nachahmen. Wenn Sie das nicht bremsen, sondern viel Geduld mit ungeschickten kleinen Händen haben, ist es für Ihr Kind auch später selbstverständlich, sich zu beteiligen. Kinder haben es außerdem gern, wenn sie sehen, wo ihr Platz ist. Entsprechende Kleider- und Handtuchhaken, Tassen, Essplätze gehören zu einem geregelten Tagesablauf, Ordnung wird so gern akzeptierter Teil des Großwerdens.

Achten Sie darauf, das Aufräumen nicht als verhasste Zeitverschwendung zu kultivieren. Wenn Sie selbst mit sauertöpfischer Miene ans Werk gehen, werden Sie kaum Ihre Kinder motivieren können. Aber Aufräumen kann Spaß machen! Beim Musik- oder Hörspielhören, als Wettbewerb wer eher seine Aufgaben erledigt hat oder am gründlichsten ist. Wird das Aufräumen gemeinsam erledigt als Familienaktion, haben die Jüngeren ohnehin Spaß daran, vor allem wenn es anschließend einen gemeinsamen Filmabend gibt, um es sich in der aufgeräumten und sauberen Wohnung gemütlich zu machen. Damit zeigen Sie, dass Ordnung kein Selbstzweck ist sondern etwas damit zu tun hat, es sich richtig schön zu machen.

Berufen Sie „Krisengipfel“ ein, wenn in einer Ecke die Unordnung überhandnimmt. Machen Sie keine Anklage daraus oder ermitteln den Schuldigen, besprechen Sie mit Ihrer Familie besser, wie man der „Chaosecke“ am besten begegnen sollte. Fehlt vielleicht noch eine Kommode oder ist das Kind aus zu viel Spielzeug herausgewachsen und möchte das Taschengeld beim Flohmarkt aufbessern?

Geben Sie Ihren Kindern logistische Aufgaben:

Wenn Du etwas für einige Tage aufbauen möchtest, wo ist dafür der beste Platz in Deinem Zimmer? Wo sollten die Kisten stehen in die Du die Bausteine räumen kannst, wo sollen die Puzzlespiele untergebracht werden? Was wird selten benötigt und kann auf den Schrank gestellt werden? Planen Sie mit Ihren Kindern die einzelnen Bereiche im Zimmer: Wo Hausaufgaben gemacht werden, sollte kein Spielzeug umherliegen. Das Bett muss immer frei zugänglich sein.

Lego ist ein spezielles Thema. Wer einmal beim Gutenachtsagen barfuß auf eines dieser kleinen Teilchen getreten ist, weiß, wie das schmerzen kann. Die 24 Steine klemmen sich auch gern unter Türen und verteilen sich auf geheimnisvolle Weise in der gesamten Wohnung. Das Aufräumthema Lego gipfelt nicht selten in kleine Familienkrisen. Doch lassen Sie das nicht zum Grundsatzthema werden und sehen Sie das ganze mal aus der Sicht Ihres Kindes.

Tagelang hat es an einer Western-Stadt oder an einem Bauernhof gebaut, Gebäude ergänzt und verbessert, Fahrzeuge dazu entwickelt und ganze Welten bewegt. Natürlich hat es eine gewisse Hemmschwelle, dies alles zu zerstören. Was lockt, ist die Aussicht auf eine neue Welt nachdem die Lego-Bau-Ecke mal wieder gründlich gereinigt wurde.

Außerdem sollten Sie Kinder nicht vor nahezu unlösbare Aufgaben stellen. Diese Menge von Steinen aufzuräumen, erscheint dem Kind als lästige Aufgabe. Lassen Sie Ihr Kind mit diesem Gefühl nicht allein! Eine nützliche Hilfe ist eine saubere, leichte Plastikkehrschaufel zum Zusammenkehren der Steine in eine möglichst rollbare Kiste oder Truhe.

Wenn Sie jedoch Lego thematisch geordnet haben, was das Zusammensuchen der Teile beim Bauen sehr erleichtert (und dies soll Ihr Kind ja lernen), gibt es eine andere Möglichkeit: Suchen Sie mit ihrem Kind gemeinsam Stoffreste im Stoffladen aus: Blau für Wasser, grün für Wiesen, braun für den Acker, grau für Berge, beige für die Wüste etc. In

Das Arbeitszimmer: Schreibtisch aufräumen

Es gibt kaum einen Raum in der Wohnung, der so zum Chaos einlädt wie das Arbeitszimmer. Immerhin wird Chaos oft (missverständlich) mit Kreativität gleich gesetzt. Doch ausgerechnet im heimischen Büro kann Unordnung erhebliche Probleme verursachen. Durch unauffindbare Belege für die Steuererklärung verlieren Sie ebenso Geld wie durch versteckte Strafzettel.

Berufliche Aufgaben müssen erledigt und Fristen eingehalten, Überweisungen getätigt, Schreiben beantwortet und Anträge gestellt werden – all dies passiert im Arbeitszimmer.

Hier hilft nur eines: Nehmen Sie sich ein Wochenende Zeit, packen Sie die Sache an, räumen Sie auf. Sie müssen einen allgemeinen Zustand der Ordnung herstellen, bevor Sie strukturiert arbeiten und verwalten können.

Auf den Schreibtisch, der am besten frei von Deko wie Souvenirs und Nippes bleibt, gehören drei Stapelkästen für Unterlagen: 1. sofort erledigen, 2. nachfragen und bearbeiten, 3. abheften. Letzteres können Sie sich aufheben, bis der Kasten nahezu voll ist. Doch die Unterlagen im ersten Kasten werden umgehend bearbeitet, das heißt: jetzt! Für den zweiten nutzen Sie eine ruhige Stunde (auf Fristen achten!), wenn Sie bei einer Behörde nachfragen oder sich beim Steuerberater erkundigen wollen, bevor Sie auf ein Schreiben antworten.

Im besten Fall landet alles später in Kasten drei oder im Papierkorb.

Lose Unterlagen werden in eine Kiste geschaufelt. Dieser Kiste widmen Sie sich in Ruhe. Entnehmen Sie Blatt für Blatt, legen Sie es im „Bearbeiten“-Kasten ab, heften Sie es ab, oder entsorgen Sie das Papier. So erhalten Sie quasi nebenbei Einsicht in den Stand der Dinge. Halten Sie mit dem Aufräumen durch, bis alle Kisten leer sind und sich nicht ein einziges loses Blatt mehr in Ihrem Arbeitszimmer befindet.

Quellen die Kästen auf dem Schreibtisch nun über, nehmen Sie noch einen Tag frei und kümmern Sie sich darum! Erst, wenn alles beantwortet, bearbeitet und abgeheftet ist, geht Ihnen auf, wie stark Sie das Unerledigte belastet hat und wie befreit Sie jetzt Ihr Arbeitszimmer betreten. In der Zeit, die Sie bisher mit dem Suchen nach einem bestimmten Schreiben verbracht haben, drehen Sie nun mit dem Hund eine Runde um den Block.

Endlich dürfen Sie auch mehr an äußere Dinge denken. Kabel sollten in speziellen Schläuchen oder Tunneln gebündelt werden. Krimskrams haben Sie bereits aus Ihrem Arbeitsbereich entfernt. Freie Flächen wie ein aufgeräumter Schreibtisch bringen Ruhe in den Raum. Die Farben sollten aufeinander abgestimmt sein, hell und freundlich.

Dominierendes Element in einem Arbeitszimmer sind leider Aktenordner. Ordner sind alles andere als ansehnlich, aber das lässt sich ändern. Wer die Ordner nicht in einem geschlossenen Schrank verstecken kann, kann sie in dekorative Ordnerhüllen aus Plastik oder Pappe stecken, auf diese Weise werden Bereiche wie Zeugnisse, Finanzen, Haus, Versicherungen etc. Farbtönen zugeordnet. Haben Sie sich etwa für Grau als vorherrschende Farbe im Arbeitszimmer entschieden, wählen Sie die Farben Weiß, Grautöne und Schwarz für Ihre Akten-Regalwand. So bleibt der Gesamteindruck der eines aufgeräumten, geordneten Raumes.

Den heben Sie allerdings auf, wenn Sie wieder Klebezettel auf dem Schreibtisch verteilen, Notizen anhäufen oder Arbeit stapeln. Schaffen Sie sich eine Magnetwand oder -leiste an, hier können Sie Ihre Notizen platzieren und nach dem Abarbeiten entfernen. Machen Sie einen realistischen Arbeitsplan, wann Sie was erledigen können und entscheiden Sie, bevor Sie für heute das Arbeitszimmer verlassen, was Sie morgen angehen.

Vermeiden Sie: offene Regale und Kartons, Krimskrams außerhalb von Fächern und Laden, umherliegende Kabel, insgesamt eine kunterbunte Einrichtung, die Unruhe in den Raum bringt.

Tagesregel: Halten Sie sich an die drei Kästen auf dem Schreibtisch. Nummer eins wird heute noch erledigt, auch wenn es den Krimi nachher kostet, anschließend leeren Sie den Papierkorb.